Alles ausser gewöhnlich - Arbeiten von zuhause!



Wie ein News-Junkie habe ich mich von einer Medienkonferenz zur nächsten geklickt, alle Infos rund um diesen Ausnahmezustand nur so verschlungen. Was geschieht da gerade - hier bei uns in der doch so sicheren und wohlbehüteten Schweiz? Meine Heimat, die für mich für Begriffe steht wie Sicherheit, Wohlstand, Gesundheit und friedliches Zusammenleben. Ängste kommen auf und verunsichern. Was kommt noch? Ich merke, wie mich diese Ungewissheit zunehmend lähmt. Seit etwas mehr als einer Woche sind wir alle im Ausnahmezustand. Welcher Tag ist heute? Die Tage sind irgendwie alle gleich. Sämtliche Termine sind gestrichen, die Kinder zuhause im Fernunterricht und mein Mann mit mir im Home Office. Dies ist aktuell der Alltag für die Meisten von uns. Da ich mir jedoch noch eine Erkältung geholt habe (zum Glück ohne Husten oder Fieber) "darf" jetzt die gesamte Familie in der Selbstquarantäne weilen. Nach Tagen der Zweifel (habe ich das Virus oder nicht?) geht es mir wieder merklich besser und ich entscheide für mich dafür, unsere Situation nun aus einem anderen, positiven Blickwinkel zu betrachten. Denn davon bin ich überzeugt - jede Krise bringt auch Chancen mit sich! Und diesen gehe ich nun auf die Spur. Zuhause bleiben ist das Gebot der Stunde! Das bedeutet jedoch einschneidende Veränderungen für jeden persönlich:


  • weniger bis keine persönlichen sozialen Kontakte

  • weniger bis keine Termine und Aktivitäten (geschäftlich, ehrenamtlich oder privat)

  • mehr Zeit für die Familie

  • mehr Zeit für sich

  • mehr Zeit zuhause


Jeder dieser Punkte kann sowohl positive wie auch negative Auswirkungen haben. Mir ist es ein Anliegen aufmunternde Gedanken zu teilen, deshalb bleibe ich strikte auf der positiven Seite.


Die grosse Frage ist nun, was mache ich mit dieser veränderten Situation?


Chance 1: Neue Tools kennenlernen, um die sozialen Kontakte aufrecht zu erhalten


Der persönliche Kontakt erlaubt es uns, Gefühle und Regungen des Gegenübers wahrzunehmen, einzuordnen und darauf zu reagieren. Wenn wir uns nur hören, fällt die wichtige Komponente der nonverbalen Kommunikation (Mimik, Gestik, Körperhaltung etc.) komplett weg. Gut, dass es heutzutage ganz viele Möglichkeiten gibt, auch online das nonverbale miteinzubeziehen. Via FaceTime oder Skype hat dies schon lange funktioniert. Nun gibt es auch viele neuere Tools wie Zoom.us, Microsoft Teams etc, die es uns erlauben, auch mit mehreren Personen gleichzeitig zu telefonieren sowie sogar Dokumente oder Bilder miteinander anzuschauen und zu besprechen. Gerade im Fernunterricht wird dies jetzt intensiv genutzt. 


Wieso nicht die Gelegenheit nutzen, sich weiterbilden und ein neues Tool ausprobieren? Auch für Vereine kann dies übrigens eine Möglichkeit sein, miteinander in Kontakt zu bleiben.


Aber egal, welches Tool Sie wählen, nehmen Sie vermehrt online Kontakt zu anderen auf. Das gibt Ihnen wenigstens teilweise das schöne Gefühl wieder, nicht alleine zu sein.



Chance 2: Selbstmanagement im Home Office


Wie sieht Ihr Tagesablauf normalerweise aus? Meistens gibt es eine eingespielte Routine, die sie tagtäglich abspuhlen. Die morgendliche Dusche, der erste Kaffee, Online-News lesen, sich zurecht machen für ein wichtiges Treffen, der Austausch in der Znüni Pause mit den Kollegen etc.

Doch jetzt ist alles anders. Sie treffen höchstens auf Ihre Familie, die wie Sie im Home Office oder Fernunterricht sind. Vielleicht haben Sie ein eigenes Büro resp. Zimmer, das Sie nutzen können. Vielleicht sitzen aber auch alle zusammen und arbeiten am grossen Esstisch. 

So oder so, genau hier ist es wichtig, die Weichen zu stellen. 


Tipp: Kleiden Sie sich wie fürs Büro


Gerade die Kleidung hat einen grossen Einfluss darauf, wie wir uns fühlen. Unsere Kleidung sendet immer Signale aus. Erinnern Sie sich an Ihr letztes wichtiges Treffen, wo Sie überzeugen wollten? Haben Sie da vielleicht etwas genauer überlegt, was Sie anziehen? Und wieso? Sicherlich haben Sie ein Outfit gewählt, in dem Sie sich wohl fühlen und das Ihnen innere Kraft verleiht. Ich wage zu behaupten, dass wahrscheinlich die Farben Blau, Grau oder Rot darin enthalten waren.

Jede Farbe hat nachweisbar eine psychologische Wirkung auf uns. So trage ich momentan ein leuchtendes gelbes Shirt - wenn ich schon nicht raus darf, dann soll aber die Sonne so in mein Herz!


Und so komisch es vielleicht tönt, auch zuhause im Home Office sollten Sie diese Wirkung der Kleidung nicht unterschätzen. Sie brauchen ja nicht unbedingt in Anzug oder im Deux-Pièce zuhause zu arbeiten. Doch bitte, tragen Sie jetzt nicht einfach die ganze Zeit den bequemsten Trainer. Machen Sie sich schön - für sich selber und die Familie. Es hat auch ganz viel mit Selbstwert zu tun. Nach getaner Arbeit dürfen Sie natürlich in Ihre Lieblingssachen wechseln - so wie sonst auch immer. 


Möglich, dass Ihre Stimmung machmal auch angespannt oder bedrückt ist. Umso mehr sollten Sie Ihr Gemüt mit frischen und fröhlichen Kleiderfarben aufhellen. Probieren Sie es aus - es wirkt!

Tipp: Gönnen Sie sich bewusst Pausen


Normalerweise wird unsere Arbeit immer wieder unterbrochen durch Pausen wie Znüni, Zmittag oder Zvieri. Halten Sie auch zuhause an diesen Pausen fest. Auch Ihre Kinder sollten unbedingt ihre üblichen Pausen nutzen. Um kurz aufzustehen, durchzulüften, vielleicht etwas zu essen, mit dem Hund oder der Katze zu spielen, bewusste Atem- oder Lockerungsübungen durchzuführen...was auch immer. Aktuell gibt es vielerorts übrigens bereits online Kaffee-Chats mit den Kollegen. Vielleicht führen Sie zuhause auch so etwas in der Familie ein?

Gerade Kurzpausen von bis zu 5 Minuten erhalten uns physisch und psychisch gesund. Wer Schwierigkeiten hat, sich diese Kurzpausen selber einzufordern, der kann beispielsweise auf die Pomodoro-Technik (Link zu YouTube Video) zurückgreifen. Diese Technik ermöglicht es uns, durch aufgezwungene Pausen alle 25 Min., effizient zu arbeiten und dadurch immer wieder Zwischenziele zu erreichen. Dies wirkt sehr motivierend und gibt eine klare Struktur. 


Tipp: Setzen Sie sich realistische Tagesziele


In dieser besonderen Lage ist das Augenmerk auf das Wort realistisch zu setzen. Gerade wenn Sie noch Kinder zuhause haben, werden Sie nicht gleich konzentriert und produktiv arbeiten können wie sonst. Das ist einfach so. Punkt. Nichts desto trotz hilft es, sich machbare Ziele zu definieren. Und wenn Sie sich die Pomodoro-Technik angeschaut haben, wissen Sie, dass gerade kleine, überschaubare Ziele sehr hilfreich sind. Es ist doch ein gutes Gefühl, etwas als erledigt abzuhaken. Also setzen Sie sich mal hin und schreiben Sie einige kleine Zwischenziele auf. Und so werden Sie am Ende Ihres Home Office Tages nicht frustriert überlegen, was Sie denn überhaupt gemacht haben. Nein, Sie werden eine stattliche kleine Liste bestaunen können, was Sie alles erledigt haben. Ein gutes Gefühl!



Chance 3: Verbringen Sie Zeit mit sich selber


Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe eine grosse Liste mit Sachen, die ich immer auf die lange Bank schiebe. Keine Zeit! Ich muss Prioritäten setzen! Das kann warten! So in etwa hat es getönt. Und darum ist jetzt die Zeit gekommen:


  • um endlich den Kleiderschrank auszumisten

  • den Frühlingsputz, der seit Jahren wartet, zu machen

  • das Bücherregal unter die Lupe zu nehmen und neu zu ordnen (vielleicht entdecken Sie sogar spannende Bücher, von denen Sie gar nicht mehr wussten, dass Sie sie haben)

  • den Keller aufzuräumen

  • Spielsachen zu sortieren, auszumisten, wieder neu zu entdecken, weiter zu schenken

  • mit der ganzen Familie Spiele zu spielen

  • ausgiebig mit dem Hund zu spielen

  • sich bei Freunden und Familie zu melden (kann auch "nur" per Telefon sein)

  • das Zimmer zu streichen (natürlich nur, wenn Farbe und Pinsel bereits bereit stehen oder sie  online oder beim Maler bestellt werden können)

  • das dicke Buch, welches Sie vor Jahren geschenkt bekommen haben, zu lesen

  • das in der Ecke stehende Instrument wieder zum Leben zu erwecken

  • ...

Schreiben Sie mal einfach drauf los, was sich auf Ihrer Bank alles aufgestaut hat. Schön, wenn Sie etwas davon angehen.



Tipp: Machen Sie ein persönliches MUTmachglas


Es ist nicht alles traurig, es ist nicht alles schlimm! Auch wenn es schwer ist in dieser Zeit, schauen Sie, dass positive Gedanken die Oberhand behalten. Machen Sie dies, indem Sie und Ihre Familie Ihre ganz persönlichen Aufsteller und Mutmacher festhalten. Alles, was Ihnen während dem Tag Freude bereitet (sei es auch noch so ein kleines Detail), schreiben Sie auf einen Zettel. Falten Sie diesen und werfen Sie ihn in ein grosses "Einmachglas".  


Doch dieses ist jetzt eben ein MUTmachglas. Jeden Abend können Sie und Ihre Lieben so miteinander austauschen, was schön war an diesem Tag. Das wirkt sehr beruhigend und schafft Vertrauen, dass alles gut wird. Ein kleiner Anker für den Alltag.




All diese Anregungen sind natürlich nicht abschliessend und sehr subjektiv. Dennoch dienen sie Ihnen vielleicht als positiven Anstupser. Ich wünsche Ihnen von Herzen viel Zuversicht und Gelassenheit, gespickt mit vielen positiven Gedanken. Auch wenn es nur kleine Details im Alltag sind, können Sie doch dazu beitragen, dass wir auch mental gesund bleiben und vielleicht sogar daran erstarken.


Bliibed sie gsund!


Herzlich



Isabelle Menzi

Coaching & Training

info@isabelle-menzi.ch

Nehmen Sie mit mir Kontakt auf für ein unverbindliches Erstgespräch oder eine

konkrete Offertanfrage.

© 2018 Isabelle Menzi

  • Facebook - Weiß, Kreis,
  • LinkedIn - Weiß, Kreis,
  • Twitter - Weiß, Kreis,